Pirnaer Freudentaumel durch direkten Freiwurf gestoppt!
vom 20.11.2011
PIRNA Der mäßigen Leistung beim Derby in Leipzig zum Trotz fanden sich zum Heimspiel am 12. Spieltag gegen den HSC Bad Neustadt fast 500 Zuschauer in der Pirnaer Sonnenstein-Arena ein. Die Gäste aus Bayern rangieren bereits seit mehreren Wochen an der Tabellenspitze der 3. Liga Ost und sind bisher die positive Überraschung der Liga.
Anders als beim Spiel in der Vorwoche präsentierte sich die Lok von Beginn an mit viel Leidenschaft und Dampf, was ausdrücklich auch für die Offensive galt. Die Hazl-Sieben erwischte quasi einen Traumstart! Nach dem 1:0 parierte Keeper Sven Grathwohl postwendend den ersten Angriff der Bad Neustädter, so dass die Lok bereits in der zweiten Minute auf 2:0 erhöhen konnte. Bezeichnend für die durchwachsenen Leistungen an vergangenen Tagen ließ die Lok den Gegner innerhalb von einer Minute auf 2:2 ausgleichen. Ab diesen Moment entwickelte sich eine Partie mit viel Kampf, in der vor Allem die Abwehr-Akteure und Torhüter der jeweiligen Lager zu den Hauptdarstellern wurden. Insbesondere Routinier Mario Percin hielt die Lok im wahrsten Sinne des Wortes in der Spur. In der letzten Minute der ersten Hälfte sah ein Spieler des Tabellenführers nach einem Abräumer gegen Dusan Milicevic die rote Karte. Der gastierende HSC sah sich nach der achten Spielminute meist in Rückstand und ging folgerichtig mit einem 12:11-Rückstand in die Kabine. Dies lag auch an der hervorragenden Pirnaer Abwehrleistung gegen Gary Hines, der bis dato fast aus dem Spiel genommen war.
Nach dem Seitenwechsel konnte die Lok ihrerseits ein paar Kohlen auflegen und stellte bis zur 35. Minute auf +3 (15:12)! Es entwickelte sich ein nervenaufreibendes Auf und Ab, bei dem beide Mannschaften die Chancen hatten das Spiel für sich zu entscheiden. Die Gäste profitierten maßgeblich vom Aufblühen des Gary Hines. Mit seinen basketballverdächtigen Bewegungsabläufen sprengte er im zweiten Durchgang des Öfteren den Pirnaer Abwehrverbund. Nach dem 24:24-Ausgleich der Lok in der 55. Minute passierte fünf Minuten nichts auf der Anzeigetafel der Sonnenstein-Arena. Nichts wäre aber untertrieben, da beide Seiten in ihren Angriffen entweder Nerven zeigten oder am jeweiligen Keeper spektakulär scheiterten. Doch die 60. Minute war dann der absolute Höhepunkt der psychischen Belastung für Aktive und Fans. Etwa eine halbe Minute vor Abpfiff netzte Dino Dragicevic sein erstes Tor zur 25:24-Führung für die Hazl-Sieben ein, womit er zum Mann des Tages hätte werden können. Hätte, wenn und wäre wurde aber in letzter Sekunde durch den Tabellenführer aus Bad Neustadt vereitelt! Mit der Schlusssirene tobte die Halle bereits und feierte einen knappen Sieg gegen starke Gäste. Der Pfiff eines direkten Freiwurfs ging im Freudentaumel fast komplett unter, so dass der Jubel durch einen abgefälschten direkten Freiwurf ins Pirnaer Tor auf bittere Art und Weise beendet wurde. Freud und Leid liegen im Handball oft nah bei einander! Sowohl Gäste-Coach Dr. Oblinger ("In Pirna muss man erst einmal einen Punkt holen!"), als auch die Fans der Lok, konnten sich aber über den jeweiligen Punkt freuen.
Torschützen:
Milicevic 8/4, Delinac und Martinc je 4, Schneider 3, Boucek und Skusek je 2, Dragicevic und Helbig je 1
Ihr Michael Weinbrecht
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