Vorstellung Handballverein

Handballgeschichte in Pirna

 

Das Handball spielen hat in Pirna eine große Tradition. Das erste nachweisbare Spiel wurde 1921 von der damaligen Turngemeinde auf dem Wehrsportplatz, heute Ernst-Thälmann-Platz, ausgetragen. In den wirtschaftlich schwierigen Jahren nach dem 2. Weltkrieg fanden sich besessene und mutige Sportfreunde auf der Anlage an der Einsteinstraße zusammen, um einen organisierten Sport- und Spielbetrieb wieder aufzubauen. Die Erfolge blieben nicht aus. Gewinn der Sachsenmeisterschaft 1949 und Teilnahme an der Ostzonenmeisterschaft waren der Lohn. Zu diesen auf dem Großfeld ausgetragenen Spielen kamen im Durchschnitt 3000 begeisterte Fans. Der Zuschauerrekord steht bei heute unvorstellbaren 7500 (!) Zuschauern.

Leider folgte dem internationalen Trend auch national 1968 die Einstellung des wettkampfmäßigen Spielens auf dem Großfeld, so dass sich heute nur ab und an gleichaltrige Senioren zu einem Vergleich auf dem grünen Rasen treffen.

Auf der Erfolgswelle, eine der besten Mannschaften zu sein, wurde zielstrebig in eine leistungsorientierte Wettkampf- und Trainingsarbeit investiert. Zahlreiche Titel auf Bezirks- und Kreisebene wurden von den Männer- und Nachwuchsmannschaften erspielt und erkämpft. Sportlicher Höhepunkt waren die Bezirksmeistertitel der 1. Mannschaft im Hallen- und Großfeldhandball 1964 und 1965 und damit der Aufstieg in die 1. DDR - Liga.

In der Folgezeit wechselten sich Auf- und Abstieg, Erfolge und Misserfolge ab. Trotzdem hatte der Name Lokomotive Pirna im Land immer einen hohen Stellenwert. Ein Grund dafür, dass Spitzenleistungen nicht mehr erreicht wurden, lag wohl auch daran, dass eine Sporthalle mit wettkampfgerechten Abmessungen in Pirna nicht zur Verfügung stand. Mit zu Hause auf dem Bierdeckel ein-studierten Spielzügen wurden dann die Gegner bei „Heimspielen“ in Dresden und Radebeul verblüfft.

Der Freude am Spiel und der Einsatzbereitschaft im Training tat dies keinen Abbruch. Fast durchgängig wurden alle Altersklassen mit Mannschaften belegt. Ausreichend Übungszeiten zu bekommen war bei dem bekannten Hallendefizit ein Problem. Dank der Unterstützung der Vereinsleitung wurden immer Mittel und Wege gefunden, um einen stabilen Sportbetrieb durchzuführen.

Da der innerdeutsche Sportverkehr durch die demokratische Sportbewegung der DDR konsequent unterbunden wurde, nutzten die findigen Lok-Handballer eine Lücke in der Mauer. Ab 1986 traf man sich einmal im Jahr in Prag mit Handballern aus ganz Europa zum friedlichen Wettstreit. Immer liefen mehr als 100 Mannschaften auf das Hallenparkett auf, viele aus der BRD, aber nur eine „Exotentruppe“ aus der DDR. Sportfreundschaften wurden geschlossen, die noch heute gepflegt werden.

Bemerkenswert ist, dass mit und nach der Wiedervereinigung Deutschlands das typische Charisma von Lok Pirna nicht verloren ging. Trotz wesentlich veränderten Bedingungen - insbesondere bei der Eigenerwirtschaftung finanzieller Mittel - gab es keinen qualitativen und quantitativen Substanzverlust in der Abteilung, was auch von unseren Sportfreunden aus den alten Bundesländern besonders gewürdigt wird. Deshalb gilt ein großes Dankeschön allen Sponsoren und Eltern, denen es im wesentlichem zu verdanken ist, dass eine intensive und umfangreiche Nachwuchsarbeit durchgeführt werden kann und neue Wege zur Leistungssteigerung der 1. Männer - Mannschaft gegangen werden können.
 

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Heim

SG LVB Leipzig

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HSV Lok Pirna Dresden

Gast

am 02.11.2014 um 16:00 Uhr

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