Spielbericht

Am Ende ein gerechtes Remis
HSV Lok Pirna Dresden – HG Köthen 27:27 (15:16)


Das war das Fazit, welches alle Beteiligten nach dieser insbesondere für den Gastgeber wichtigen Partie gegen den Tabellenzweiten aus Sachsen-Anhalt zogen. Jedem in der Halle war klar, dass es für die Pirnaer darum ging, nicht noch mehr als ohnehin schon geschehen in den Stress eines Abstiegskampfes hinein zu geraten. Auch sollten endlich mal die Früchte des intensiven Trainings, der guten spielerischen Phasen in jedem der letzten Spiele und des nach wie vor ungebrochenen Kampfgeistes geerntet werden. Dementsprechend motiviert gingen die Milicevic-Schützlinge daran, den Worten Taten folgen zu lassen. Dabei stand dem Hausherren eine Mannschaft gegenüber, die sich durch hervorragende Technik, taktische Disziplin, Schnelligkeit und Kampfgeist auszeichnete. Hinzu kam, dass sich die Männer aus Köthen genauso wie die ESVer um ein faires und sich im sportlichen Rahmen bewegendes Auftreten bemühten. Das Ergebnis war unübersehbar. Die Zuschauer erlebten ein schnelles, dynamisches, bis zum Schluss spannendes und sich auf gutem handballerischem Niveau bewegendes Match. In veränderter Formation gingen die Schneider und Co. ans Werk. So nahmen der seit Wochen angeschlagene S. Gavrilovice, R. Ultsch und Torwart N. Weber zunächst auf der Bank Platz. Die nun agierenden Spieler wie N. Philippi, M. Dietze im Tor oder M. Hartmann nutzten ihre Chance, fanden schnell ins Spiel und unterstützen mit ihren Leistungen die bestens aufgelegten R. Schulze, T. Schneider sowie Spielertrainer D. Milicevic. Die Pirnaer Deckung steigerte sich und ließ nur wenig vom Aufbau her zu. Einzig Schwierigkeiten bereiteten die Angriffe des Gegners über den Kreis.

Doch auch die Pirnaer setzten die gegnerische Abwehr unter Druck. Man erarbeitet sich eine Reihe bester Gelegenheiten. Ansehenswert die 1:1- Situationen, oftmals vorgetragen von R. Schulze oder den sich energisch durchsetzenden T. Schneider, die sich durch kluges Agieren der Kreisläufer immer wieder in Szene setzen konnten. Da auch vom Rückraum her Gefahr ausging, verteilte sich das Spiel auf alle Positionen und stellte die favorisierten Gästen vor vielfältige Aufgaben. Leider blieb manchem Angriff der krönende Abschluss versagt. Da die Gäste sich stets auf ihr eigenen Fähigkeiten besannen und trotz der geschilderten Gegenwehr unverdrossen ihr Ding durchzogen, war der knappe Pausenstand nur allzu verständlich.

In Teil 2 der Veranstaltung wogte das Geschehen weiter hin und her. Mal mit Vorteilen auf der einen, mal mit Vorteilen auf der anderen Seite. In der 35. Minute lagen die Hausherren beim 20:18 in Führung. Doch leider gelang es nicht, sich entscheidend abzusetzen. In fast 10 Minuten, zwischen der 36. und 46., gab es gerade mal 4 Tore zu sehen. Da zeichneten sich die Torleute aus und brillierten mit zahlreichen Paraden. Zudem schlichen sich auf beiden Seiten einige technische Fehler ein, die ob der Schnelligkeit des Geschehens in gewisser Weise verständlich waren. Das Finale war dann spektakulär. Pirna ging 15 Sekunden vor Ultimo durch M. Hartmann mit einem wunderschönen Treffer von Rechtsaußen mit 27:26 in Führung. Rasch folgte der Anwurf der Gäste, der an der halblinken Aufbauposition unterbrochen wurde. In der brodelnden Atmosphäre, das Spiel stand Spitz auf Knopf, erhielt der Köthener Spieler Lukas Krug noch seine 3. Zweiminutenstrafe. Der Freiwurf, 2 Sekunden vor der Schlusssirene direkt ausgeführt, ging übers Tor. Ende, so dachte man. Doch falsch gedacht. Der Ball war nicht freigegeben. Somit wurde der Freiwurf wiederholt. Cleverer Schachzug der Gäste, der Torwart raus, dafür ein Spieler rein, der plötzlich auf Halbrechts auftauchte, den Ball unbedrängt aufnahm und präzise ins lange Eck zum wohl gerechten Ausgleich hineinzirkelte. Puh, das war spannend! Nun sollte unser Team mit erhobenem Haupt und Zuversicht an die nächsten schweren Aufgaben in Zwickau und Aschersleben gehen. Handball spielen und kämpfen, das können die Jungs!

Aufstellung:
M. Dietze, N.Weber; V. Kovanovic(1), N. Philippi(1), Ch. Möbius, L. Böhm, D. Milicevic(.3/2), N. Bula, S.Gavrilovic(1), R. Ultsch, T. Schneider(7),M. Hartmann(4), R. Schulze(8), Ph. Gildemeister(2)