Spielbericht

Rund lief er, der Motor
ZHC Zwickau - HSV Lok Pirna Dresden 23:17 (7:14)


Der ESV- Motor kommt immer besser ins Laufen. Ein Rädchen greift ins andere, dreht sich im Getriebe aller Komponenten und leistet so seinen Beitrag zum Erfolg. Das kann man nach dem gelungenen Auftritt der Milicevic-Schützlinge in Zwickau mit gutem Gewissen konstatieren. Die Verantwortlichen und zahlreichen mitgereis-ten Fans, herzlichen Dank, absolute Spitze diese Unterstützung, sahen eine Trup-pe, die bis in die Haarwurzeln motiviert daranging, den Aufwärtstrend aus dem Match gegen Köthen fortzusetzen und dort anzuschließen, wo man gegen diese Spitzenmannschaft am Wochenende zuvor aufgehört hatte. Noch bevor der erste Meter mit dem Bus absolviert war, hielt der Trainer eine Ansprache an die Jungs, die es in sich hatte. Fokussierung auf die bevorstehende Aufgabe, Glaube an sich selbst und Abrufung der möglichst an die 100%-Marke gehenden Leistung in Zwickau, das war die Ansage an jeden Einzelnen.

Wie gesprochen, so getan. Mit Beginn der von den beiden jungen Unparteiischen aus Magdeburg sicher geleiteten Partie präsentierte sich ein Team, welches keinen Zweifel aufkommen ließ, wozu man in der westsächsischen Metropole angereist war. Eine bärenstarke, engagierte Deckungsleistung um Center Robert Ultsch her-um, beeindruckte die Hausherren derartig, dass sich bei diesen schon bald Ratlo-sigkeit und Konfusion breitmachte. Eine Unzahl von Wurfversuchen ging neben und über das Tor, oder wurde geblockt. Ja, und wenn dann mal ein Wurf platziert kam, dann stand da ja noch Torwart Nick Weber, der mit zahlreichen Paraden glänz-te und den Werfern den Schneid abkaufte. Gute Vorbereitung zahlt sich eben aus! Woche für Woche werden durch den Trainer akribisch Spiel- und Videoanalysen gefertigt und die jeweilige Strategie festgelegt. Wenn diese dann so umgesetzt wird, wie gegen den ZHC, dann muss der geneigte Zuschauer einfach nur den Hut ziehen. Nicht das man denkt, oh welch Euphorie, es war wirklich eine souveräne Leistung, die Pirna da ablieferte. Klar eine Schwalbe macht noch keinen Sommer und jedes Spiel will erst einmal gewonnen sein, aber Mut und Zuversicht für kommende Aufgaben vermitteln solche Spiele jederzeit. Zumal auch der Angriff immer mehr an Kontur und Profil gewinnt. Nicht nur die erste viertel Stunde oder das Aufbegehren, wenn Gefahr in Verzug ist, so wie in der Vergangenheit oft gesehen, zeichnen die Mannschaft aus. Die strategischen Ziele mit einer entsprechenden Taktik versehen, möglichst durchgängig auf das Parkett zu bringen, das ist die Qualität, die der Trainer sehen will. Ob im Kombinationsspiel der Kovanovic, Schneider und Co. oder im schnellen Umkehrspiel, auch mal mit Risiko vom Torwart eingeleitet, es sah gut aus, was da passierte. Eine 80%ige Effektivität bei den Kontern sind ebenso ein gutes Arbeitszeugnis wie die Gesamteffektivität der Versuche von 62% der gerade mal 41% des Gastgebers gegenüberstehen. Daran Anteil hat auch der Kreis, der nicht nur klug für den Aufbau vorbereitete sondern wie z.B. vom starken Nicolas Philippi ge-zeigt, selbst torgefährlich wird.

Wichtig, dass ob des erreichten Spielstandes jungen Spieler wie Louis Böhm und der erst 17-jährige Niklas Waller Gelegenheit bekamen Oberligaluft zu schnuppern. Sie werden sukzessive an die Mannschaft herangeführt, können Erfahrungen sammeln und sich dem Niveau der Besten nähern. Schön ist es auch, dass sich die Tore auf so viele Schultern verteilen und das ins-besondere Philipp Gildemeister einen Sahnetag erwischt hat. Mit diesem Auftritt hat sich die Mannschaft, bejubelt von den Fans, selber belohnt und kann nun optimistisch und mit Selbstvertrauen zum brisant werdenden Spiel nach Aschersleben fahren.
von C. Dietze

Aufstellung:
N.Weber, M. Dietze; V. Kovanovic(2), N. Philippi(2),Ch. Möbius(3), L. Böhm, D. Mili-cevic(1/1), N. Waller, S.Gavrilovic(4/3), R. Ultsch, T. Schneider(3),M. Hartmann(1), R. Schulze(2), Ph. Gildemeister(5)