Spielbericht

Nicht mal den berühmten Spatz in der Hand
HSG Freiberg - HSV Lok Pirna Dresden 22:20 (6:6)


... hielten die Männer um Trainer Dusan Milicevic als die Schlusssirene durch den s.g. Dachsbau, die ehrwürdige Ernst-Grube Halle zu Freiberg tönte. Schade, denn es hätte, und da sind sich alle Lok- Freunde einig, mehr sein können. Doch wie so oft in dieser Saison stellte man sich selbst ein Bein. Zuweilen wird gesagt, Spiele gewinnt man im Angriff, Meisterschaften in der Deckung. Doch das sind wohl eher Floskeln, die sich in der Praxis nicht immer bewähren. Bestes Beispiel dieses für beide Vereine so wichtige Spiel. In der mit 650 Zuschauern gefüllten Halle, mit nicht wenigen Fans aus Pirna und einer klasse sportlichen Atmosphäre, Chapeau allen Beteiligten, entwickelte sich von Beginn an ein Spiel, welches von beiden Deckungsreihen dominiert wurde. Aufopferungsvoll kämpfend präsentierten sich die Protagonisten hüben wie drüben. Unübersehbar, dass die Gäste in der spielerischen Note zunächst etwas die Nase vorn hatten. Bei einem Ballbesitz ging die Post nach vorn ab. Egal wer auf dem Feld stand, sowohl aus dem Feld als auch im finalem 1:1, die Schulze und Co. erarbeiteten sich eine Vielzahl von besten Gelegenheiten. Dazu kamen Konter vom Feinsten. Doch das große, und wie sich leider am Ausgang des Spieles zeigte, entscheidende Manko war die Chancenverwertung. Zum Haareraufen, was da liegengelassen wurde. Dazu kam ein Freiberger Torwart Tino Hensel, dem eine Galavorstellung gelang, die selbst den eingefleischtesten Fans der Pirnaer Hochachtung abnötigte. Dabei, und das sei ausdrücklich gesagt, waren die eigenen Torleute nicht eben schlecht! Da auch die Freiberger im Angriff arg sündigten und im ersten Abschnitt kaum Gelegenheit hatten, ihr Spiel zu entfalten, verwunderte der Halbzeitstand von nur 6:6 nicht all zu sehr.



Mit dem Wiederanpfiff sollte, und das hatte sich die Mannschaft geschworen, der Bann gebrochen werden. Das gelang auch mit dem 6:7. Doch schon zu diesem frühen Zeitpunkt verfiel man wieder in alte Verhaltensmuster. Klar, alle Spieler mühten sich mit vollem Einsatz, aber, und das war unübersehbar, die Leistungsschwankungen bei Einzelnen innerhalb von 60 Minuten erschweren das Handwerk. Indes, die Gastgeber nutzten die Pirnaer Schwächephasen, auch bedingt durch 2-Minuten-Strafen (5) in Situationen, in denen man gerade wieder am Gegner dran war, weitaus besser als Pirna. Dabei musste Freiberg mit der gleicher Anzahl von Hinausstellungen fertig werden. Dass die Mannschaft trotz einer zeitweiligen Freiberger Führung mit 3 Toren nie aufgab, erkennt man an der Tatsache, dass kurz vor Ultimo, beim 20:19, wieder alles möglich war. Doch es sollte dramatisch werden. Es ist heute üblich, dass bei eigener Unterzahl der TW Platz für einen sechsten Angriffsspieler macht und dann rasch mit einen Feldspieler tauscht, wenn der Angriffsabschluss bevorsteht. Die Freiberger hatten ob dieser taktischen Maßnahme kurz zuvor einen Treffer unseres TW ins leere Gehäuse hinnehmen müssen, ehe das gleiche Schicksal nun Pirna traf. Ursache war ein leichter Ballverlust, naja und ins leere Tor triff man dann wohl eher. Der Rest ist schnell erzählt. Das heftige Bemühen um Verhinderung einer weiteren Niederlage führte zu weiteren Ballverlusten, die am Ende genutzt wurden und zum umjubelten Sieg der Freiberger führte. Damit wurde eine weitere Chance im Kampf um den Klassenerhalt vertan. Es wird immer schwerer das Minimalziel zu erreichen. Das Potenzial ist da, doch es muss gelingen, zum richtigen Zeitpunkt und bei allen Spielern abzurufen. Angesichts der Tatsache, dass durch die Möglichkeit des Abstiegs einiger Teams aus der 3. Bundesliga nicht nur die letzten Beiden absteigen, sondern durchaus auch an noch davorliegende Teams davon betroffen sein könnten, ist nun Alarmstufe rot gesetzt. Es gilt den Kopf oben zu behalten und nun Nägel mit Köpfen zu mache, sprich endlich auch einmal die Ernte der engagierten Arbeit einzufahren. Das Vermögen hat die Truppe allemal!
von C. Dietze

Die Eisenbahner:
N.Weber, M. Dietze; V. Kovanovic(1.), N. Philippi, Ch. Möbius(4), L. Böhm,L. Baase, D. Milicevic(4), S. Gavrilovic(4/1), R. Ultsch, T. Schneider(6), R. Schulze(1), Ph. Gildemeister(1), T.Schmidtke