Spielbericht

ALS EIN TEUER ERKAUFTER SIEG ...
SV 04 Plauen-Oberlosa vs. HSV Lok Pirna Dresden 24:25


... erwies sich im Nachhinein der Auswärtserfolg der Milicevic- Schützlinge. Da nämlich war auf der Rückfahrt von Plauen der Anruf mit der Krankenhausdiagnose der Verletzung von Robert Schulze eingegangen. Fraktur des Radiusköpfchens und eine nötige Operation. Nach einer harten Attacke, beim Durchbruch zum Kreis und anschließenden Torwurf, war er unglücklich auf dem Hallenboden aufgeschlagen und hatte sich dabei verletzt. Er wird uns nun in den entscheidenden Spielen dieser Saison nicht mehr zur Verfügung stehen können. Wir wünschen ihm gute Besserung und eine schnelle Heilung. In einer äußerst intensiv geführten Partie, vor einer wunderbaren Zuschauerkulisse begegneten sich 2 Teams auf Augenhöhe, deren Tabellenplätze, für Insider durchaus überraschend, nicht unterschiedlicher sein konnten. Der Hausherr zum Anwurf 3. und der Gast 11..



Die prekäre Situation im Hinterkopf habend, war Pirna von Beginn an mit unglaublichem Engagement bei der Sache. Ja, der Trainer hatte seine Ansprache kurz gefasst, jeder wusste worum es ging. Zudem sorgte die Erinnerung an den klaren Sieg in der Hinrunde durchaus für Optimismus. Die Mannschaft lernt ständig dazu. Das sieht man an der Spielführung. Wohl wissend, dass es immer ein Auf und Ab in den 60 Minuten gibt, war es die zentrale Aufgabe, wie kann das Ab möglichst klein gehalten werden.

Auf der Basis einer unglaublich couragierten Abwehrleistung, vor einem sich zunehmend steigernden Martin Dietze, beeindruckte man die wenig zimperlichen und gleichfalls um jeden Zentimeter fightenden Plauener. Deren Streuung beim Abschluss, oft auch ein Problem unserer Mannschaft, sowie ein gerütteltes Maß an gehaltenen Würfen, öffneten den Weg für eine Vielzahl sehenswerter Angriffe. Unter der Regie des starken Vladan Kovanovic ergaben sich so beste Chancen für erfolgreiche Abschlüsse. Am Anfang konnte da vor allem Kapitän Toto Schneider glänzen, der einfach nicht zu halten war. Als er beim Stand von 6:10 in der 20. Minute in Manndeckung genommen wurde, benötigte das Team eine Weile, um sich darauf einzustellen. Das nutzte der Hausherr aus um auf Tuchfühlung heranzukommen. Beim Halbzeitpfiff der beiden unaufgeregt agierenden Leipziger Unparteiischen Feustel/Hertel stand es Remis.

Dass Manndeckung Räume für andere, vor allem spielerisch versierte Akteure bietet, ist nicht erst seit gestern bekannt. Weiter komplett auf die Aufgabe fokussiert, kamen beide Teams aus der Kabine. Plauen wollte nicht klein beigeben und Pirna mit dem in der 1. Halbzeit erarbeiteten Pfund wuchern, es packen zu können. Unbändiger Kampfeswille, bis in die Haarwurzel konzentriert, so gingen die Pirnaer den zweiten Abschnitt an. Und siehe da, es gelang, endlich einmal ohne Probleme den Faden aufzunehmen. Bei 20:14 in der 43. Minute konnte man schon ein wenig zu träumen anfangen. Da stimmte fast alles. Hinten eine starke Abwehr, ein nach wie vor klasse haltender Torwart und vorn eine Truppe, in der jeder einzelne bereit war, Verantwortung zu übernehmen. Wenn ein Christian Möbius sich aufschwingt und erfolgreich wirft, wenn sich der bis dahin im Abschluss ein wenig glücklose Nicolas Philippi steigert, nach schönen Zuspielen Strafwürfe herausholt und selber torgefährlich wird, dann stellt das jeden Gegner vor Probleme. Doch auch die Plauener blieben in der Spur, waren immer wieder bemüht und nutzten im letzten Viertel und nach dem Ausscheiden von Robert Schulze, jede sich bietende Gelegenheit, wieder heran zu kommen. Das wir noch nicht wieder die gewohnte Souveränität zurückerlangt haben, sieht man an der Tatsache, dass es ganz zum Schluss noch mal spannend wurde. Die Hausherren praktizierten phasenweise Manndeckung auf dem ganzen Feld und stellten den Gast so vor neue Herausforderungen. Man kam heran und beim 20: 23 stand die Halle Kopf. Der allerdings blieb bei den Gästen, trotz einiger Pfiffe der Unparteiischen wegen technischer Fehler, klar. Immer wieder konnte man noch ein Törchen der Bilanz hinzufügen. Dem Trainer höchst selbst blieb es vorbehalten 90 Sekunden vor Ultimo das letzte Pirnaer Tor zum 25: 21 einzunetzen. Danach wurde es hektisch. Innerhalb von 70 Sekunden kamen die Plauener noch zu 3 Toren. Der letzte Treffer 4 Sekunden vor Schluss. Mit der Sirene lagen sich Spieler, Trainer, Betreuer und Fans in den Armen. Ein wichtiger und gewiss auch verdienter Sieg, der weiteres Vertrauen für die kommenden Aufgaben geben sollte.

AUFSTELLUNG:
M. Dietze, N.Weber; V. Kovanovic(3), N. Philippi(2), C. Möbius(2), L. Böhm, L. Baase, D. Milicevic(7/5), R. Ultsch, T. Schneider(9/2), M.Hartmann(1), R. Schulze(1), P. Gildemeister