Spielbericht

Eins von vier „Endspielen“ gewonnen
NHV Delitzsch - HSV Lok Pirna Dresden 22:23 (10:10)


Als der letzte Akkord dieser denkwürdigen Partie verklungen war, lagen sich die Pirnaer Spieler, Trainer, Funktionäre und die fantastischen Fans überglücklich in den Armen. Es war geschafft! Dank einer unglaublichen und damit wohl größeren Leidenschaft als sie der Hausherr an diesem Tag auf das Parkett zu bringen vermochte, konnte der so eminent wichtige Zweier eingefahren werden. Dabei waren die Voraussetzungen, unter denen dieser Pirnaer Sieg errungen wurde, nicht unbedingt top. So fehlt für den Rest der Saison Robert Schulze, der sich nach seiner Ellbogen-OP auf dem Weg der Genesung befindet und nun die Reha besucht, laboriert Srdan Gavrilovic nach wie vor an einer Rückenverletzung und plagt sich Torwart Martin Dietze mit einer Verstauchung im Fußgelenk aus dem letzten Heimspiel herum. Zudem fehlen schon geraume Zeit verletzungsbedingt Nic Bula und Niklas Waller. Aber was soll´s, jede Mannschaft hat im Verlaufe einer Saison solche Ausfälle mehr oder weniger zu verkraften. Und wie das gelang, à la bonne heure! Die Verantwortlichen hatten seit der unnötigen Niederlage gegen Apolda nichts unversucht gelassen, um neben dem ohnehin diszipliniert durchgeführten Übungsstunden auch im psychologisch-mentalen Bereich der Mannschaft das Rückgrat zu stärken. Sie dankte es mit einer tadelsfreien Leistung.

Dabei ging es wie fast immer los, mit zahlreichen Verwarnungen auf der Pirnaer Seite in den ersten 4 Minuten, ehe dann, nach 4:33, der Kapitän zum ersten Mal auf der Bank Platz nahm. In einer auf beiden Seiten so intensiv geführten Partie wie der geschilderten, ist die Bilanz von 7 Gästezeitstrafen zu nur einer, allerdings roten Karte nach forschem Einstieg gegen Dusan Milicevic, bemerkenswert. Doch selbst in Unterzahl behielt die Mannschaft den Kopf oben, gelangen sehenswerte Angriffe aus einer aufopferungsvoll kämpfenden Deckung und sogar erfolgreiche Abschlüsse. Allerdings, und das war das Manko wohl auf beiden Seiten, die Chancenverwertung ließ Wünsche offen! Als man kurz vor der Halbzeitsirene 10:8 führte, hatten die Milicevic- Schützlinge durchaus Gelegenheiten den Vorsprung auszubauen. Doch es fehlte wohl auch ein wenig Fortüne und Geduld. So kam Delitzsch unter ohrenbetäubenden Lärm, an dem auch die über 40 Pirnaer Fans ihren gehörigen Anteil hatten, bis zur Halbzeit zum Ausgleich heran.



In der Pause schwor der Trainer die ohnehin fokussierte Truppe auf die kommenden 30 Minuten ein.

Mit welcher Disziplin, Einsatzbereitschaft und grandiosem Teamwork sich die Mannschaft auch nach dem Wiederanpfiff präsentierte, das beeindruckte nicht nur den Gegner. Man warf sich nicht schonend den Delitzschern entgegen. Jeder war bis an die Haarwurzeln motiviert.Das sich dabei ein Christian Möbius genauso wie Robert Ultsch Blessuren holte, sei nicht nur am Rande vermerkt. Man hatte den Eindruck, dass sich die Truppe im schmerzresistenten Bereich befand. Der brandgefährliche Rückraum Delitzschs und seine steten Versuchen, den Kreismitte zu bedienen, wurde weitestgehend unter Kontrolle gehalten. Ja, und als gegen Ende der Partie das Spiel Spitz auf Knopf stand, da hielt auch Nick Weber ein paar Unmögliche und somit die Mannschaft im Spiel. Und vorn? Da führte ein Vladan Kovanovic klug Regie und wird selbst unglaublich torgefährlich(7). Erleben wir gerade dessen X. Frühling? Nachdem Chr. Möbius verletzungsbedingt passen musste, tauchte plötzlich Dusan Milicevic im Aufbau auf und schuf so neue Herausforderungen für die gegnerische Abwehr. Ein Konter von Max Hartmann nach schönem Zuspiel von Nick Weber brachte die Pirnaer auf die Siegerstraße. Und das dann Srdan Gavrilovic in der 58.Minute beim Strafwurf die Nerven behielt sowie 45 Sekunden vor Ultimo zum 23 : 21 einlochte, das war schon stark! Die Gastgeber ließen bis zum Schluss nicht locker und netzten ihrerseits 14 Sekunden vor Ultimo zum 22: 23 ein. Doch zum Glück, die Zeit lief runter und am Ende stand der kollektive Freudentaumel der Lokhandballer und ihrer Fans. Glückwunsch!

Nun gilt es im Heimspiel an diese Leistung anzuknüpfen, um keinen Zweifel an der Ligazugehörigkeit aufkommen zu lassen. Also, auf geht´s!

AUFSTELLUNG:
N.Weber, M. Dietze; V. Kovanovic(7), N. Philippi(1.),Ch. Möbius(1), L. Böhm, l.Baase, D. Milicevic(1), S.Gavrilovic(6/1), R. Ultsch, T. Schneider(5),M. Hartmann(1), Ph. Gildemeister(1)