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Wer mit dem Feuer spielt ...

Eisenbahner vs. SV 04 Plauen-Oberlosa 22:29 (10:11)


... der verbrennt sich zumeist die Finger. Diese alte Binsenweisheit mussten unsere Lok-Handballer im Match gegen Plauen-Oberlosa schmerzlich zu Kenntnis nehmen. Nach den 2 knappen Auftaktniederlagen sollte nun der ersehnte erste Sieg eingefahren werden. Dafür hatte die Mannschaft unter der Woche hart gearbeitet. Nachdem die wieder zahlreich erschienenen Fans das wirklich erstklassige Vereinsvideo gesehen hatten, konnten sie auch einen ebensolchen Spielauftakt der Milicevic-Männer erleben. Von Beginn an zeigte man Engagement, war beherzt bei der Sache und demonstrierte mit zahlreichen gelungenen Spielzügen den quirligen Gästen wer Herr im Hause ist. Basis dafür eine aufopferungsvolle Deckungsleistung vor dem in dieser Phase stark haltenden Martin Dietze. Nahezu 50 Prozent der gegnerischen Würfe fanden in ihm ihren Meister. Auch ließ die Wurfgenauigkeit der Plauener bestimmt einige Wünsche ihres Trainers P. Hazl, bestens bekannt aus seiner Pirnaer Zeiten, offen. Nach 10 Minuten führten die Gastgeber sehr zur Freude der Fans 5:2, nach 20 Minuten gar 8:4. Aber, man spielte mit dem Feuer. Zu viele Chancen, teilweise aus besten Positionen, ließen die Schneider und Co. liegen. Statt mit dem Pfund der Dominanz und des Vorsprungs zu wuchern, wurde den agilen Gästen um ihre Leader Richter und Märtig immer wieder Gelegenheit geboten, zurück ins Spiel zu finden. Natürlich kann man einen solchen Powerhandball wie in den ersten 20 Minuten geboten, nicht komplett durchziehen. Zudem trugen die notwendigen Wechsel nicht zu erhoffter Entlastung bei. Zu lange benötigte man, um ins Spiel zu finden. Sich weiter verstärkende Wurfungenauigkeit und technische Fehler führten nun zu einer steigenden Anzahl von Ballverlusten, die der Gegner dankbar annahm. Er schonte weder sich noch den Gegner, gab nie auf und ließ erkennen, dass er nicht gewillt war, so einfach 2 Punkte herzugeben. Begünstigt wurde dessen Aufholjagd auch von der durch die beiden Unparteiischen äußerst freizügigen Auslegung der Regeln zum Stürmerfoul. So stellt sich durchaus die Frage, wie zu entscheiden ist, wenn in den ohne sichtbare Aktion am Kreis stehenden Abwehrspieler einfach hineingerannt wird? Fakt ist, in Folge aber nicht nur dadurch, kamen die Plauener zu Frei- und Strafwürfen, die sie clever zum Anschluss nutzten. Nicht unerwähnt soll bleiben, dass zahlreiche 2-Minutenstrafen in kritischen Situationen nicht gerade zu Stabilisierung beitrugen. Im Abschnitt 2 stand Pirna auch schon mal mit nur 4 Mann auf dem Feld.



So wie sich Plauen steigerte, baute der Hausherr ab. In der 40. Minute führte Plauen beim 17:20 tatsächlich mit 3 Toren. Unübersehbar, dass zu diesem Zeitpunkt der Glaube an eine Wende der Lok- Mannschaft wohl abhandengekommen war, zumal die Unzulänglichkeiten im Angriff nun auch ihre Fortsetzung in der Deckung fanden. Es fand sich keiner, der für Führung sorgte und das Heft des Handelns in die Hand nahm. So kam es, dass sich die Gäste über einen nach den ersten 30 Minuten in dieser Deutlichkeit kaum zu erwartenden Sieg freuen konnten, während sich unsere Männer nun erst einmal die Wunden kühlen müssen. Viel Zeit bleibt da nicht, wartet doch schon am nächsten Sonnabend mit Staßfurt der nächste schwere Brocken. Da gilt es auf ein Neues! Dass es die Männer drauf haben, das zeigten die ersten 20 Minuten. Daran gilt es sich zu orientieren!

Spielstatistik (PDF)
Autor: C. Dietze / Fotos: M. Förster