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Mit erhobenem Haupt aus der Halle ...

Eisenbahner vs. HC Elbflorenz 2. 20:26 (12:13)


... konnten die Hausherren trotz der Niederlage im Derby gegen Elbflorenz II gehen. Dazwischen lagen kämpferische 60 Minuten, die von allerhand Nickligkeiten hüben wie drüben gekennzeichnet waren. Dabei den Überblick zu behalten, fiel nicht nur den Zuschauern schwer. Beide Teams kennen sich aus dem einen oder anderen Trainingsspiel, doch Derbys lassen im Allgemeinen keinen Raum, um Geschenke zu verteilen. Das es kleine Unartigkeiten gab, geschenkt, solange keine ernsthaften Verletzungen auftreten. Doch zu einem schönen Handballspiel gehört wohl ein wenig mehr.



Von Beginn an war körperliche Präsenz gefragt. Beide Deckungsreihen zeigten diese und ließen dem Gegner kaum Raum für einen gepflegten Spielaufbau. Immer wieder wurde das Bemühen um Spielfluss durch die Pfiffe der beiden Thüringer Unparteiischen Hauke/Lindig unterbrochen. Ob dieser Konstellation entwickelte sich ein torarmes Match, in dem nach einer Abtastphase zunächst die Schützlinge von Dusan Milicevic leichte Vorteile hatten und nach 10 Minuten mit 5:3 führten. Doch schon hier zeigte sich die alte Kalamität, die Chancenverwertung. Zu viel ließ man liegen, um den HC mit seinen b undesligaerfahrenen Akteuren um Phi. Grießbach(6) und A. Matschos(8) tatsächlich beeindrucken zu können. Hinzu kamen immer wieder 2-Minutenstrafen, im unrechtesten Augenblick. Das nutzen die Dresdner, begünstigt durch äußerste Toleranz bei der Auslegung zum Zeitspiel sowohl im normalen Spielaufbau als auch in eigener Unterzahl, aus. Ja, bis zu 6 Pässe kann man nach der Zeitspielanzeige noch spielen, ehe dann der Pfiff kommt. Doch was sind 6 Pässe? Da gibt es offensichtlich breiten Interpretationsspielraum. Aber, clever wie die Gäste die Auslegungen nutzten. Angriffe zwischen 35 - 50 Sekunden sind schon eher selten, doch sie konnten diese spielen. Die durchschnittliche Angriffsdauer über die ganze Spielzeit, vom Chronisten selbst erfasst, betrug bei den Gästen 40 Sekunden während die Pirnaer bei 33 Sekunden lagen und sehr rasch im Angriffsaufbau mit dem erhobenen Arm der Unparteiischen konfrontiert wurden. Überhastete Abschlüsse waren unter diesen Bedingungen nicht zu vermeiden.

Doch erst aus vielen Mosaiksteinchen ergibt sich ein Bild. Und zentraler Punkt war nun mal die schon erwähnte Chancenverwertung. Glatte zwölf Prozentpunkte waren die Gäste besser. Da fällt es jeder Mannschaft schwer, zum Erfolg zu kommen. Unübersehbar, dass vor allem die rechte Seite, die Woche zuvor noch der Schlüssel zum Erfolg, wieder in alte Verhaltensmuster verfiel und zu viel liegen ließ. Die Möbius, Gavrilovic und Co. müssen einfach nur das Runde ins Eckige bringen, dann würde es uns besser gehen. Dass sie es können, haben sie in der Vergangenheit schon oft genug bewiesen. Nach der Halbzeitführung der Gäste gaben sie diese nicht mehr ab. Begünstigt durch die geschilderten Unzulänglichkeiten und Umstände setzten vor allem die beiden schon genannten halben Aufbauspieler und der Kreismitte mit seiner Athletik und Masse die Akzente und waren nur schwer zu stoppen. Zwischen der 31. und 42. Minute wurden die Weichen für den Ausgang des Spieles endgültig gestellt. Trotz Unterzahl kamen die Gäste noch zu Toren, während die Versuche der Hausherren bis auf 1x, ohne Zählbares blieben. So stand es eine viertel Stunde vor Ultimo 13:18. Leider verliefen die Schlussminuten noch weniger ansehnlich. Vier 2-Minutenstrafen für die Gäste standen 2 Disqualifikationen und die gleiche Anzahl von 2-Minutenstrafen für Pirna gegenüber. Insgesamt spielten die Hausherren 11-mal in Unterzahl. Das sind sage und schreibe 22 Minuten, denen 14 der Gäste gegenüber standen. Hier gilt es wohl auch den Hebel anzusetzen. Wenn es hier Fortschritte gibt und die Treffsicherheit gesteigert werden kann, dann stellt sich gewiss auch der Erfolg ein.

Also, auf geht´s, hoffentlich schon kommende Woche in Freiberg.

Spielstatistik (PDF)
Autor: C. Dietze