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Ein gebrauchter Tag ...

SV 04 Plauen-Oberlosa vs. Eisenbahner 21:14 (9:5)


... so oder so ähnlich kann man den Auftritt der Pirnaer in der altehrwürdigen, aber modernisierten Kurt-Helbig-Halle zu Plauen und vor ausverkauften Rängen bezeichnen. Ja, es herrschte eine tolle Atmosphäre, zu der auch der mitgereiste Pirnaer Anhang beitrug. Die Männer um Trainer Dusan Milosevic waren unter der Woche und nach dem unglücklichen Remis in letzter Sekunde gegen den Ortsnachbarn der Gastgeber, bestens vorbereitet. Video, taktische Besprechung und zahlreiche Gespräche dienten allsamt der Vorbereitung auf das gewiss nicht leichter werdende Spiel gegen den Tabellendritten. Zudem hatte man sich mit dem Thema letzte Sekunde und entsprechendes Abwehrverhalten auseinandergesetzt.

Natürlich fehlte der mit 4 Spielen Sperre unglaublich hart sanktionierte etatmäßige Rückraummitte Krzysztof Filip Kusal nun schon zum dritten Mal, aber daran den kollektiven Blackout an diesem Tag bei der Chancenverwertung festzumachen, das wäre zu einfach.

Zunächst begegneten sich beide Teams auf Augenhöhe, hatten fast identische Stärken und Schwächen. Spielerisch durchaus Ansprechendes, was da auf beiden Seiten im Angriff gezeigt wurde. Die Zuschauer sahen einen Gast, der zumindest in dieser frühen Phase ein optisches Plus zu verzeichnen hatte. Basis dafür war eine gewohnt starke Deckungsleistung mit einem sicheren und 45 % aller Würfe parierenden Martin Dietze im Tor. Leider konnte die Mannschaft daraus kein Kapital schlagen. Beste Gelegenheiten ließ man fahrlässig liegen. Ein Glück, dass die Gastgeber zunächst genauso hantierten. Nach 10 Minuten stand es 2: 2, nach 20 jedoch 6:3 und zur Halbzeit 9:5. Chancenverwertung 45 % Plauen, 38 % Pirna. Wenig Grund für euphorische Stimmung könnte man meinen. Aber, die heimischen Fans stehen genauso wie ihre Pirnaer Kollegen wie ein Mann hinter der Truppe. Nur, dass sie eben in der Überzahl waren, zudem noch den knappen 1-Tore-Sieg aus der Vorwoche im Kopf hatten und auf solche Balanceakte verzichten wollten. Dementsprechend peitschten sie ihre Jungs an. Und die Richter, Mertig und Co., nahmen nicht nur die Emotionen auf, auch die unfreiwilligen Geschenke der Gäste fanden ihre Abnehmer.





Zum Pausentee redete der Trainer Tacheles und forderte mehr Konzentration und Präzision sowie Torgefahr von allen Positionen. Die Christian Möbius und Co. nahmen sich die Worte zu Herzen und legten mit dem Wiederanpfiff engagiert los. Nun traf man auch mal mit ander als mit der Hand von Torsten Schneider und von anderen Positionen. Doch leider hielt das nicht lange an. Ab der 38. Minute(11:10) schlichen sich die bekannten Unzulänglichkeiten wieder ein. Hinzu kamen 2-Minutenstrafen über deren Verteilung man durchaus diskutieren kann. 2:6 stand es da am Ende.

Aber, selbst in Unterzahl waren zu Beginn der zweiten 30 Minuten Tore gemacht worden. Es geht doch, dachten sich die Verantwortlichen. Aber, wenn man wie in der 43. Minute nur noch zu viert auf der Platte steht, dann wird´s immer schwerer, zumal die Gastgeber wieder den Druck erhöhten und erfolgreicher abschlossen.

Schade, dass sich die Pirnaer so von der Rolle bringen ließen, kaum noch etwas Zählbares zusammen brachten. In der 48. Minute , beim 17:11 war dann der Deckel drauf. Am Ende muss das Streitobjekt in die Maschen. Wenn das nicht gelingt, wenn die Effizienz derartig leidet, dann verwirkt jede Mannschaft der Welt, so wie unlängst bei den EM- Auftritten der Nationalmannschaft gesehen, den Anspruch auf Erfolg. Der Trainer nutzte die Situation und gab dem jungen Torwart Philipp Ihl sowie Niklas Waller Einsatzmöglichkeiten. Sie machten ihre Sache ordentlich und konnte so Erfahrungen sammeln.

Nun heißt es rasch dieses Spiel abzuhaken und sich auf die neue Aufgabe am kommenden Wochenende vorzubereiten. Ihr könnt´s besser, das wissen wir und gewiss auch ihr!

Spielstatistik (PDF)
Autor: C. Dietze
Fotos (obere Reihe): D. Wünsche
Fotos (mittlere Reihe): J. Krupa
Fotos (untere Reihe): C. Dietze